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Technische Angaben zur Anlage

Die Sanierung erfolgte in Etappen

 

Nach mehr als 25-jährigem Dauereinsatz der Abwasserreinigungsanlage (ARA) Sägenboden-Wildhaus waren verschiedene Einrichtungen und Bauwerke sanierungs- oder ersatzbedürftig.

Zudem erforderten die gesteigerten, gesetzlichen Anforderungen an die Einleitung von gereinigtem Abwasser in die Simmi eine Verbesserung bestehender sowie zusätzliche verfahrenstechnische Prozesse:

- Biologische Reinigung des mit organischen Schmutzstoffen beladenen Abwassers

- Nitrifikation zur Umwandlung von Ammonium zu Nitrat

- Phosphat-Elimination mittels chemisch-physikalischer Fällung

Mechanische Stufe/ Regenwasserbehandlung

Die mechanische Stufe/Regenwasserbehandlung umfasst folgende Anlageteile: Rechenanlage, Belüfteter Öl-/Sandfang, Vorklärung, Regenbecken.

Die Rechenanlage dient dazu, die groben Inhaltsstoffe im Abwasser zu entfernen. Diese werden in einer Rechengutwaschpresse zuerst ausgewaschen, ausgepresst und anschliessend in einen Container abgeworfen.

Im Anschluss an die Rechenanlage ist ein Regulierschütz installiert, der bei Regenwetter den ARA-Zufluss auf die max. zulässige hydraulische Belastung der anschliessenden Verfahrensstufen drosselt. Der diese Menge übersteigende Zufluss wird in das Regenbecken geleitet und kann nach Abklingen des Regenereignisses in den ARA-Zufluss zurückgepumpt werden. Bei Vollfüllung des Regenbeckens findet eine Entlastung in die Simmi statt.

Nach dem Regulierschütz folgt der belüftete Öl-/Sandfang. In diesem Bauwerk werden die festen Inhaltsstoffe (Sande), die nicht im Rechen zurückgehalten wurden, abgeschieden. Ein Paddelwerk dient zur Vergleichmässigung der Strömung und erlaubt eine Flotation der Fett- und Schwimmstoffe, die in der anschliessenden Vorklärung abgezogen werden können.

Im letzten Anlageteil der mechanischen Stufe, dem Vorklärbecken, erfolgt die Abtrennung der feinsten, noch absetzbaren Stoffe. Mittels Räumsystem werden diese in einen Trichter geschoben, von wo sie als so genannten Frischschlamm entnommen und in den Frischschlammbunker gefördert werden. In wöchentlichen Zyklen wird der anfallende Schlamm mit Tankfahrzeugen auf die ARA Churfirsten zur weiteren Schlammbehandlung transportiert.

Biologische Stufe

Die biologische Stufe ist das Herzstück der Abwasserreinigungsanlage. Hier erfolgt mit Hilfe von speziellen Bakterien, unter Zugabe von Luftsauerstoff, der Abbau oder die Umwandlung der gelösten Schmutzstoffe.

Das gewählte Wirbelbettverfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die aktive Biomasse nicht mehr frei schwebend mit dem Abwasserstrom fliesst, sondern auf Trägermaterialien fixiert ist. Dadurch wird die biologische Reinigungsstufe widerstandsfähiger gegenüber Stossbelastungen und ist weniger empfindlich auf kalte Abwassertemperaturen. In den' insgesamt drei Reaktoren werden die organischen Schmutzstoffe abgebaut bzw. das Ammonium zu Nitrat oxidiert. Im ersten Reaktor kann bei höheren Wassertemperaturen durch Betriebsumstellungen Nitrat in gasförmigen Stickstoff N2 umgewandelt werden und in die Atmosphäre entweichen.

Im anschliessenden Nachklärbecken wird mittels Sedimentationsvorgängen der neu gebildete biologische und chemische Schlamm abgeschieden. Mit Hilfe eines Lammellenabscheiders wird die Abscheideleistung erhöht. Der sedimentierte Schlamm wird mit einem Unterwasser-Seilzugräumer in den einlaufseitig befindlichen Trichter geschoben und anschliessend in den Zulauf zur Vorklärung gepumpt, wo er zusammen mit dem Primärschlamm als Frischschlamm dem System entzogen wird.

Chemische Stufe

Zur Einhaltung einer für die Nitrifikation notwendigen minimalen Alkalinität (Säurebindevermögen zur Pufferung von pH-Schwankungen) wird dem Abwasser Kalkmilch im Zulauf zur Vorklärung zudosiert. Mittels Zugabe von Fällmitteln (z. B. Eisenchloridsulfat) in einem separaten Fällreaktor wird Phosphat chemisch-physikalisch aus dem Abwasser gefällt, so dass die gesetzlich geforderten Ablaufkonzentrationen für Phosphor eingehalten werden können.

Angaben zu den Bauarbeiten

Damit die Reinigungsleistung der ARA auch während des Ausbaus aufrecht erhalten werden konnte, erfolgte der Umbau der verschiedenen Verfahrensstufen in Etappen, wobei diverse Provisorien betrieblicher und baulicher Art notwendig waren.

Die erste Etappe umfasste die Biologiebecken und erfolgte im Jahre 2002. Im anschliessenden Jahr wurde die komplette mechanische Stufe umgebaut. Im Frühjahr 2004 wurden die Decke des Dienstgebäudes abgedichtet und die Deckbeläge eingebracht. Parallel dazu führte man die Fertigstellungsarbeiten aus. Ebenfalls im Jahre 2004 wurden diverse betriebliche Optimierungsmassnahmen durchgeführt.

 

Roberto De Bortoli 
Morgenthaler Ingenieure AG Zürich

 

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   © AKW Abwasserkorporation Wildhaus, 07.07.2005